Running

#MyFutureSelf by nadine – MFB runner

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17.05.2017 | Running

Es war Mitte April und ich stand in diesem Jahr erst zum zweiten Mal an der Startlinie. Da war die innere Unruhe; die Vorfreude, aber auch die Befürchtung, dass der Wettkampf viel zu schnell vorbei sein könnte, und dass danach sportlich – abgesehen von einer „Erholungsphase“ – viele Wochen erst einmal wenig folgen würde.
 
Genau genommen ging es jedoch an diesem Tag nicht schnell genug. Meine Gedanken kreisten um den Boston-Marathon. Die Erinnerungen an den Marathon in Berlin im vergangenen Jahr waren allzeit greifbar nah: Dort schien es für mich einfach zu laufen. Aus einer nicht optimalen Ausgangssituation heraus schaffte ich damals den „Lucky Punch“, an den kaum jemand glaubte. Der nächste Marathon sollte auf jeden Fall noch mal schneller werden. Schneller wurde es schließlich in Boston auch, als die Uhr für mich bei 2:47:31 stehen blieb. Die grenzenlos positiven Gefühle beim Überqueren der Ziellinie blieben diesmal jedoch aus.
 
Was war der Grund? Ich hatte mir wohl selbst ein Loch gegraben, aus dem ich nicht so leicht herauskam. Das langersehnte Erlebnis wurde zu einem knapp drei Stunden langen inneren Kampf mit mir selbst. Der Marathon wurde nicht nur zu einer physischen Belastung, sondern auch zu einem Krimi für meine Psyche. Schon vor der Hälfte der Strecke rollte es nicht mehr so, wie ich es gewohnt war, aber ein Rennabbruch war keine Option. Oder doch? Nein, ich wollte nach Hause, und zwar so schnell wie möglich. Der Weg dahin führte allerdings zuerst über die Ziellinie.
 
Irgendwann habe ich diese erreicht, konnte mir aber die entscheidende Frage nicht beantworten: War ich an diesem Tag unter den gegebenen Umständen für mich gut genug? Eigentlich schon, aber so ganz darüber im Klaren bin ich mir bis heute nicht.
 
Ich habe Zeit gebraucht, um zu verstehen, dass man seinen eigenen Ansprüchen auch dann gerecht werden kann, wenn man das anvisierte Ziel nicht erreicht. Und dass es sehr einfach ist, seinen eigentlichen Fokus zu verlieren und zur Dramaqueen zu werden. Es gibt Tage, die sich nicht für die Galerie eignen, aber die es dennoch zu bestehen gilt, wenn man zu sich selbst finden möchte.
 
In Zukunft wird es sicherlich weiterhin viele „Eigentlichs“ und „Abers“ geben, aber vielleicht schaffe ich es dann, nicht jede einzelne Sekunde der Schwäche allzu persönlich zu nehmen – und den Blick auf das große Ganze zu bewahren.

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